Arten- und Insektensterben

Die jüngste Klimaerwärmung wird 2019 durch überzeugte Wissenschaftler, warnende Organisationen und streikende Schüler medial auf die Prioritätenliste politischer und wirtschaftlicher Agenden gespült. Das Jammern ohne zu Leiden, die unverbindlichen Bedenken um das weiter zunehmende Wohlergehen von Enkeln, Familien und Pensionierten, gehören zum aktuellen „Sorgenbarometer“ der Gesellschaft.

„Der Klimawandel“ äussert sich in einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur von Mess- und Rechenwerten wenn verschiedene Perioden verglichen werden. Zum Beweis braucht es Statistik und Modelle, die gewissen wissenschaftlichen Annahmen folgen. Durch die Nähe – oder die finanzielle Abhängigkeit – von Wissenschaftlern, Instituten und Politik wird aus Statistiken rasch „Gewissheit“ und „Apokalypse“. Ohne Übertreibung, Gruppenzwang und die demonstrative Ausgrenzung von „Ignoranten“ glaubt die bequeme und wohlhabende Gesellschaft offenbar den Statistiken nicht. Sogar das Wetter muss mit immer neuen Rekorden und lokalen Extremereignissen irgendwo auf dem Globus als Beweis für den kommenden Abgrund der Erde hinhalten.

Aus dem Radar der klimaschützenden Gesellschaft treten andere Veränderungen und ihre Folgen in den Hintergrund. Die grosse Mehrzahl der Insekten in unseren Breiten beispielsweise profitieren von wärmerem Wetter, heissen Sommern und milden Wintern. Sie alle sind nach den Ende der letzten Eiszeit vor rund 10‘000 Jahren aus wärmeren Gebieten eingewandert. Die Beobachtungen zeigen: Insekten, viele Pflanzen- und Vogelarten konnten von der Erhöhung der statistischen Durchschnittstemperatur der letzten Jahrzehnte überhaupt nicht profitieren. Trotz viel Geschwafel um „Biodiversität“, „alle können etwas tun“, Bienenhotels und Millionen für Land- und Forstwirtschaft unter dem Stichwort „Naturschutz“, nahmen viele Arten ab oder sind ganz verschwunden. Für den Artenschwund (z.B. das Bienensterben) gibt es folglich noch andere Gründe als den „Klimawandel“.

Eine gute Darstellung findet sich im Buch von Josef H. Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends. Verlag S. Fischer, Frankfurt am Main, 2007. Die Lektüre lohnt sich.

Es ist natürlich nicht so, dass es „keine“ Insekten und Vögel mehr gibt. Viele Arten haben weite Verbreitungsgebiete von Europa bis Asien. Viele wandern zwischen Afrika und Sibirien. Sie besuchen oder überfliegen dabei die Schweiz. Es können auch neue Arten, die ihr Lebensgebiet verändern, erscheinen. Aber die Dichte, die Häufigkeit des Vorkommens und die Lebensmöglichkeiten der Arten wurden doch in den letzten 50 Jahren sehr beschränkt. Schauen und beobachten Sie selber.

Wir werden in einer losen Folge von saisongerechten Artikel aus regionaler Produktion auf Zusammenhänge – und fehlende Zusammenhänge – zwischen Landschaft, Landnutzungen, finanzierte „Pflege“, Artenvielfalt und Artensterben hinweisen.

(up-dated: 19.3.2019)

Stinkende Niesswurz- Blüten werden gerne von Bienen und Hummeln besucht