Pro Natura Aargau – Falsche Steine in traditioneller Kulturlandschaft als Propaganda für kommerziellen Naturschutz

„400-jährige Bruchsteinmauern beim Schloss Kasteln sind fast fertig saniert“ https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/brugg/400-jaehrige-bruchsteinmauern-beim-schloss-kasteln-sind-fast-fertig-saniert-135611212

Ich habe mich schon lange über die landschaftsfremden Flickwerke an den Mauern des Schenkenberger Tales geärgert. Bisher hinderte mich aber die Beisshemmung gegenüber „dem Naturschutz“ an einer öffentlichen Kritik. Der klassische Propaganda-Text (Leuchtturmprojekt: Sanierung von Schloss Kasteln, AZ 13.09.2019) kann aber nicht unwidersprochen hingenommen werden. Er geht zu weit und verschleiert Fakten.

Früher warb Pro Natura irgendwie mit dem „Original“ der Natur. Dass jetzt landschaftsfremde Steine, zugeschnitten und eingeführt aus dem Ausland, einfach mit dem Hinweis auf „längere Haltbarkeit, 100% Kalk“ salonfähig gemacht werden, hat doch weder mit traditioneller Kulturlandschaft, noch mit der Achtung vor dem alten Handwerk oder mit Natur zu tun. Pro Natura nutzt die üblichen Werbetricks der Grossverteiler (z.B. aus der Region…) und macht sich damit unglaubwürdig. Pro Natura macht das nicht (nur) für die Natur, sondern, fürs Geschäft. Wo auf Fahrzeugen und Bauwagen „Pro Natura“ draufsteht, ist in Wirklichkeit „Creanatira“, der kommerzielle Arm der gemeinnützigen Naturschutzorganisation drin (www.creanatira.ch). Diese stillschweigende Irreführung der Öffentlichkeit geht weit über die übliche Greenwash-Propaganda der Grossverteiler Umweltorganisationen hinaus (z.B. vom WWF empfohlen).

Ulysses Witzig, der Chef von Creanatira, betont sogar noch, dass es dem „ökologischen Zusatznutzen“ (mehr Mauern für Eidechsen) braucht, um zusätzliche finanzielle Mittel des Bundesamtes für Umwelt zu generieren. Unterstützung liefert der Jurapark Aargau, der selber als steter Empfänger öffentlicher Gelder agiert. Eidechsen profitieren von der neuesten Klimaerwärmung – und von den hässlichen Schotterflächen in Siedlungen. Pro Natura leistet solchen Entwicklungen, die regionale Besonderheiten der Landschaft (auch im Schenkenberger Tal) zum Verschwinden bringen, Vorschub.

Ich lade Pro Natura ein, die Unterschiede und die personellen und finanziellen Verflechtungen mit Creanatira und der „Stiftung Bruno und Gisèle Maestri-Flück für Naturschutz“ offen zu legen. Bei weiteren öffentlichen Auftritten wünsche ich mir Klarheit darüber, wem das nützen soll: Dem Geschäft und/oder der Natur. Unzulässig ist, wenn sie von Natur schreiben und dabei das Geschäft meinen. Und wenn Geschäftsvermögen von „Creanatira“ mit „Pro Natura“ angeschrieben ist.